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Verschiedene Technologien zur biometrischen Erkennung haben sich rasant weiterentwickelt. Die Biometrie ist mittlerweile zum wichtigen Teil unseres Alltags geworden. Wir entsperren unser Mobiltelefon per Fingerabdruck und verifizieren Banktransaktionen via Gesichtserkennung. Auch bei physischen Zutrittskontrollen kommt die Biometrie immer öfter zum Einsatz. Fingerabdrücke, Venen- und Gesichtserkennung beispielsweise können eine Türe heutzutage ebenso öffnen wie eine Zutrittskarte.

Biometrie ist praktisch

Biometrische Kontrollen ermöglichen eine sehr nutzerfreundliche Identifizierung – besonders, wenn wir sie mit einer Zutrittskarte vergleichen. Karten können Sie zu Hause vergessen oder verlieren. Ihren Finger oder das Gesicht aber nicht! Die Fingerabdruckerkennung wird aktuell am häufigsten zur biometrischen Identifizierung eingesetzt. Denn sie ist kostengünstig und dennoch verhältnismäßig treffsicher.

Die Gesichtserkennung und die Iriserkennung (Zweitere funktioniert auch über große Distanzen hinweg) haben außerdem den Vorteil, dass sie freihändig bedient werden können. Denn Ihr Gesicht bzw. Ihre Iris wird identifiziert, sobald Sie sich in der Reichweite des Sensors befinden. Während Sie auf die Türe zugehen, öffnet sich diese bereits – ohne, dass Sie eine Karte vorzeigen oder den Finger auf ein Lesegerät setzen müssen.

Biometrie erhöht die Sicherheit

Verglichen mit der PIN-Code-Methode gilt die Biometrie als besseres Verfahren, um die Identität von Personen zu überprüfen. Denn PINs können vergessen oder an andere Personen weitergegeben werden. Bei biometrischen Merkmalen ist das nicht möglich. In Umgebungen, in denen besonders hohe Sicherheitsstandards herrschen, werden biometrische Kontrollen häufig ergänzend zu Zutrittskarten eingesetzt – als sehr sichere Identitätsverifizierung.

Bedenken bei biometrischen Kontrollen

Die Biometrie hat enorme Vorteile. Trotzdem gibt es einige Bedenken und sogar potenzielle Risiken beim Einsatz von Biometrie.

  • Treffsicherheit
    Biometrische Erkennungstechnologien sind sehr treffsicher, wenn es darum geht, Personen zu identifizieren. Doch eine 100 %-Treffsicherheit ist leider nicht möglich – ganz egal, ob es sich um ein Fingerabdrucks-, Venen-, Iris- oder Gesichtserkennungssystem handelt. Jede dieser Technologien verzeichnet einen geringen Anteil an falschpositiven und falschnegativen Ergebnissen. Die Iriserkennung ist grundsätzlich am treffsichersten. Darauf folgen die Venenkontrolle, der Fingerabdruck und schließlich die Gesichtserkennung. Externe Faktoren beeinflussen die Genauigkeit ebenfalls, etwa die Sonneneinstrahlung und die Qualität und Sauberkeit des Sensors.
  • Datenschutz
    Biometriedaten gelten nach der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) als vertrauliche personenbezogene Daten. Biometrische Informationen von Personen müssen darum in Konformität mit den lokalen Bestimmungen verwendet und gespeichert werden. In einigen Ländern ist es beispielsweise nicht erlaubt, biometrische Daten in einer zentralen Datenbank zu speichern
  • Erfassungsfehler
    Einige wenige Personen können biometrische Erkennungstechnologien nicht verwenden – etwa, weil ihre Finger zu trocken oder die Fingerabdrücke zu ungenau sind, weil eine Augenkrankheit vorliegt oder die Iris zu dunkel ist. Darum ist es häufig sinnvoll, mehrere biometrische Technologien gleichzeitig einzusetzen, wenn die Zutrittskontrolle von vielen Personen genutzt wird.
  • Betrugsversuche
    Manche biometrischen Geräte können mit Fotos von Fingerabdrücken oder Gesichtern getäuscht werden. Das gibt Angreifern die Möglichkeit, die physische Zutrittsbeschränkung zu überwinden. Entscheiden Sie sich darum unbedingt für ein biometrisches Gerät, das feststellen kann, ob Identifikationsmerkmale zu einer echten Person gehören.

Auswahlhilfen für Ihre biometrische Zutrittskontrolle

In der Tabelle unten vergleichen wir jene biometrischen Erkennungstechnologien, die am häufigsten für die physische Zutrittskontrolle eingesetzt werden.

Genauigkeit Preis Komfort Hygiene (berührungslos) Geschwindigkeit
Optischer 2-D-Fingerabdrucksensor ** * *** * ***
Multispektral-2-D-Fingerabdrucksensor *** ** *** * ***
3-D-Fingerabdrucksensor **** *** *** *** **
Mehrere Finger *** **** *** *** ****
Finger- und Venensensor *** ** *** * ***
Handflächen- und Venensensor **** *** *** *** **
2-D-Gesichtssensor * *** **** *** *
3-D-Gesichtssensor **** **** **** *** *
Irissensor ***** **** ** *** *
Irissensor auf große Distanz **** ***** **** *** **

* = niedrig, ***** = hoch

Die Betrugserkennung ist oft als Zusatzfunktion integriert – neben grundlegenden biometrischen Erkennungstechnologien. Dazu untersuchen gängige Systeme die Wärme, Textur und den aktiven Blutfluss der entsprechenden Körperstelle. Manche erkennen sogar den Gang einer Person! Einige biometrische Erkennungsgeräte prüfen die Identität mithilfe einer oder mehrerer Technologien. Andere Systeme verzichten auf diese Identitätsprüfung, um die Kosten niedrig zu halten. Entscheiden Sie sich darum erst nach gründlicher Überlegung für ein System – und überlegen Sie sich genau, ob dieses für alle wahrscheinlichen Szenarien in Ihrem Gebäude geeignet ist.

Um mit lokalen Datenschutzregelungen konform zu sein, müssen biometrische Vorlagen in manchen Fällen auf Zutrittskarten statt in einer separaten Datenbank gespeichert werden. Das bedeutet, dass alle Personen ihre biometrische Vorlage selbst besitzen und bei sich tragen. Wenn eine Karte verloren geht oder gestohlen wird, betrifft das nur die Person, der die Karte gehört. Dadurch schrumpft das Sicherheitsrisiko. Gleichzeitig bedeutet dies aber, dass die Biometrie nur zur Verifizierung eingesetzt wird. Die Identifizierung passiert weiterhin via Zutrittskarte.

Auf einer Zutrittskarte können in der Regel nur ein oder zwei biometrische Vorlagen gespeichert werden, weil der Speicherplatz begrenzt ist. Kartenvorlagen haben zusätzlich oft eine geringere Auflösung – im Vergleich zu zentral gespeicherten Vorlagen. Das erschwert es, die jeweiligen Eigenschaften direkt zu vergleichen. Für die 1:1-Verifizierung mag die Speicherung biometrischer Vorlagen auf Karten ausreichen. Sie hat aber definitiv eine geringere Treffsicherheit.

Durchschnittlich entscheiden sich 95 % der PACS-Kunden für eine 2-D-Fingerabdruckerkennung – hauptsächlich wegen des niedrigeren Preises. Die etwas teureren Multispektralsensoren sind dafür häufig eine bessere Wahl als optische Sensoren, weil sie genauer und zuverlässiger arbeiten. In Hochsicherheitsumgebungen liefert die Iriserkennung die höchste Treffsicherheit, gefolgt von Handflächen- und Venensensoren und der 3-D-Fingerabdruckerkennung.

Lösungen zur Gesichtserkennung oder für mehrere Finger kommen häufig in Krankenhäusern zum Einsatz. Sie sind jedoch kostspieliger.

Die Vorteile von AEOS

Als offene Plattform hat AEOS eine biometrische RESTful API und ein Protokoll zur Geräteintegration veröffentlicht. Verschiedene biometrische Systeme können so unkompliziert in AEOS integriert werden.

  • Der Datenschutz wird bei der biometrischen Schnittstelle von AEOS automatisch gewahrt.
    Denn standardmäßig gibt es keinen Austausch von personenbezogenen Informationen zwischen AEOS und den biometrischen Systemen. Nur, wenn Sie diese Funktion selbst aktivieren, werden Informationen synchronisiert.
  • Die biometrische Schnittstelle von AEOS ist auf maximale Sicherheit ausgelegt. So ist die gesamte IP-Kommunikation zwischen AEOS und den integrierten biometrischen Systemen geschützt.
  • AEOS kann in unterschiedlichste biometrische Systeme integriert werden.
    Sie können dafür mehrere biometrische Technologien in unterschiedlichen Preisklassen auswählen – etwa 2- und 3-D-Fingerabdrucklösungen sowie Iris-, Handflächen- und Venensensoren. Und für zukünftige Integrationen arbeiten wir eng mit TBS, Idemia, Suprema, Recogtech, IEVO und Icognize zusammen.

Security for life

Wir arbeiten konstant daran, biometrische Techniken so reibungslos wie möglich in AEOS zu integrieren. Das ist ein perfektes Beispiel für unsere Philosophie „Security for life“. Denn bei Sicherheit geht es nicht nur um Technologie. Es geht um Menschen und darum, wie sie ihren Alltag gestalten. Wir sind überzeugt davon, dass die richtige Zutrittskontrolle Bedenken oder Unbehagen in Bezug auf die Sicherheit größtenteils oder völlig abbauen kann. So ist es für die einzelnen Menschen möglich, ihr Potenzial voll auszuschöpfen. Genau das ist es, was „Security for life“ für uns bedeutet!

Möchten auch Sie „Security for life“ umsetzen?

Kontaktieren Sie uns, um mehr über die Integration von Biometrie in AEOS zu erfahren!